Die Polarität von Leben und Tod

Hängebirke Innenraum

Birken sind die vielleicht lieblichsten Bäume, ganz sicher die hellsten - von der Rinde her. Und vielleicht auch die anmutigsten - jedenfalls die Hängebirke. Es gibt verschiedene Arten von Birken, aber heilkräftig ist in erster Linie die Hängebirke. Sie unterscheidet sich von den anderen Birken, wie der Name schon sagt, dadurch, dass ihr Zweige oft meterweit herunterhängen. Die Trauerweide macht ähnliches, aber nicht ganz so extrem. 

Die weiße Farbe der Birkenrinde erklären Wissenschaftlern so, dass der Baum womöglich in sehr kalten Regionen seinen Ursprung hat. Die Birke ist einer der nördlichsten Bewohner. Da ist es auf der einen Seite sehr kalt, andererseits strahlt im Somme die Sonne sehr seitlich ein, würde also den Baumstamm einseitig stark aufheizen, und die hohen Temperaturunterschiede würden rasch zur Rissbildung führen. Als Laubbaum verdunstet die Birke relativ viel Wasser über die Blätter und kann es sich wasserökologisch kaum leisten, den gesamten Stamm mit dichtem Blattwerk vor zu großer Lichteinstrahlung zu schützen. Daher also die weiße Rinde, die das Licht weitestgehend reflektiert und so eine zu starke Rissbildung verhindert.

Sagen Wissenschaftler.

Ob diese reinen Zweckbegründungen wirklich immer stimmen, ist fraglich. Gerade die Hängebirke löst dieses Wärmeproblem auf sehr elegante Weise, indem sie nämlich ihr Blattwerk herunterhängen lässt und so eine Lichtschutz-Hülle gewissermaßen bildet. Aber macht sie das wirklich zum Lichtschutz?

Birkenrinden-Stoff Betulin - bewegliche Kristallinität

Birkenstamm

Zur Rissbildung neigend - die Birkenrinde

Was die Birkenrinde weiß macht, ist das so genannte Betulin. Dieser kreideartige, bis zu 35% in der Rinde enthaltene Stoff wird gerne in bestimmten feuchtehaltenden Salben verwendet, da er wasserabweisend und also auch nicht wasserlöslich ist, gleichzeitig aber auch nur schwer fettlöslich. Weiß ist im physikalischen Sinn keine Farbe, weil alle Lichtwellenlänge gleichermaßen reflektiert werden. Das gelingt nur mit Substanzen, die an der Oberfläche reflektieren, wie Öltröpfchen in Wasser z.B. (das macht die Milch weiß) oder Mikrokristalle (Malerwandfarbe). Betulin bildet eben auch Kristalle. Kristalle sind aber so ziemlich das Toteste, was man finden kann. Eine rigide Gitteranordnung der einzelnen Moleküle, sonst nichts. Die vielen Mikrokristalle untereinander fühlen sich aber kreideartig an, also beinahe auch irgendwie mitfließend.

Weiß ist auch die Farbe der Potasche. Wenn man Holz sehr gründlich verbrennt, dass aller Kohlenstoff verdampft ist, bleibt eine weiße Asche zurück. Weiß ist wie schwarz in einem gewissen Sinne die 'Farbe' des Erstarrten, Erstorbenen, jedenfalls eines Lebenspoles, der zugleich natürlich - wie Phönix aus der Asche - auch Lichtvolles verheißt.

In der Birke wirken zwei ausgeprägte polare Kräfte gegeneinander. Das eine ist dieser rigide Teil. Der zeigt sich, außer im kristallinen Betulin der Rinde auch in der Härte des Holzes (Birke zählt zu den Harthölzern). Die Rinde platzt oft auf. Dann verfärbt sich das helle Weiß fast ins Schwarze.

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Auf der anderen Seite zeigt sie eine auĂźergewöhnliche Beweglichkeit und Anmut. Trotz ihres Hartholzes sind die Ă„ste so weiĂź, dass sie herunterhängen und im Wind wehen. Sie tänzelt permanent, wiegt sich in jeder kleinen Böe, wirkt in diesem Sinne ĂĽberaus hingebungsvoll, sofern das fĂĽr einen Baum ĂĽberhaupt ein guter Begriff sein sollte. Die Birke bildet keine klassische Krone aus, sondern verströmt sich in gewisser Weise. Das zeigt sich ĂĽberdeutlich sogar im starken Säftefluss des Holzes, so stark, dass man die Birke sogar regelrecht melken kann. Wie das geht, zeigt das Youtube-Video. Bis zu 10 Liter am Tag kann da 'gemolken' werden - freilich nur, wenn die Hängebirke noch keine Blätter angesetzt hat und die Säfte in den Baum einschieĂźen. Der Saft fördert die eigene 'Durchsaftung', d.h. er hilft beim Ausleiten, was wiederum gut ist bei Krankheiten wie Gicht, Rheuma u.ä. Und ĂĽberhaupt regt er die Säfteorganisation an und belebt somit. 

Die physischen und seelischen Wirkungen der Birke

Beleben - das ist das, was die Birke am besten kann. Klingt zunächst einmal nicht sonderlich spektakulär, weil dieser Begriff in der Lebensmittelbranche fast inflationär verwendet wird und sehr allgemeingĂĽltig daher kommt. Bisschen Cola trinken belebt ja auch. Aber das belebende Element der Hängebirke ist da doch von ganz anderer Natur und Nachhaltigkeit. 

Birkenbaum

Sehr schön zu sehen, wie unglaublich weit die Zweige teilweise herunterhängen, manchmal meterlang

Wer sich verweilend unter einen Birkenbaum setzt und den Baum als solchen auf sich wirken lässt, fĂĽhlt sich tendenziell erheitert und beschwingt. Mehr beseelt, als wĂĽrden die Sinne 'saftvoller' werden, die Farben leuchtender, die Welt klangvoller, die DĂĽfte intensiver. Da erwacht in uns eine tiefere Qualität von Lebenslust, eine Lust nach (rhythmischer) Bewegung, Schwingen, von Anmut, von Tanz, von Hingabe ... an das Leben selbst. Und das setzt Folgeprozesse in Gang, die uns mehr an den Fluss des Lebens anbinden. 

Auf physischer Ebene durchspĂĽlt sie uns, entschlackt uns also, wirkt dabei auch bakteriellen Prozessen entgegen, vor allem EntzĂĽndungen der ableitenden Harnwege, bei BlasenentzĂĽndungen oder Nierengries. Manchmal kann eine wesensgemäße Zubereitung auch wunderbare Dienste bei der Sterbebegleitung leisten, dass Menschen gelassen aus dem Leben gehen können. 

FĂĽr Menschen, die zu rigide und nĂĽchtern im Leben unterwegs sind, denen es an Hingabefähigkeit mangelt, kann Birkentinktur eine wertvolle UnterstĂĽtzung sein. Sie fädelt ein auf einen lebensfreudigeren Weg, er im Gefolge viel mehr Gutes bringen kann, mehr Beweglichkeit, innerlich und äuĂźerlich. Das ist etwas sehr anderes als nur eine kurze, rauschhafte Belebung. Es ist ein Modus, an den wir uns anschlieĂźen, wenn wir uns der Birke aussetzen. Und der kann auf längere Sicht sogar Teil unseres eigenen sich stetig fortentwickelnden Wesens werden. 


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